E-Gitarre

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E-Gitarre

E-Gitarre***

Nachdem bereits Gitarren elektrisch verstärkt wurden, versuchte man neue Wege zu gehen. Die Firma Rickenbacker brachte einen elektromagnetischen Tonabnehmer heraus, welcher eine einfache Brettgitarre (ohne Hohlraum) verstärkte. Auch der Mandolinen- und Gitarrenhersteller Gibson experimentierte mit Tonabnehmern. Schliesslich kamen elektroakustische und semiakustische Instrumente dabei heraus. Man ging dabei von der Jazzgitarre aus.

 

Die Geschichte der elektrischen Gitarre

In 1930er Jahren ging es los

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Der weiche melodische Ton der Gitarre machte es für die Menschen schwierig, sie zu hören, wenn sie neben anderen Instrumenten gespielt wurde. In den 1930er Jahren beschloss also ein erfinderischer Mensch, dies zu ändern, und erfand die erste E-Gitarre. Damals wusste er noch nicht oder konnte sich kaum vorstellen, wie die Erfindung der E-Gitarre den Verlauf der Musik des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflussen würde.

Wie die meisten neuen Dinge hatte auch die E-Gitarre ihre Kritiker, aber sie überzeugte die Menschen schnell, weil sie es den Musikern ermöglichte, viel kreativer zu spielen und ihren eigenen individuellen Stil auszudrücken.

 

Der erste Tonabnehmer

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Im Jahr 1924 entwarf ein erfinderischer Ingenieur, der für die Gibson-Gitarrenfirma Lloyd Loar arbeitete, den ersten magnetischen Tonabnehmer. Mit Hilfe eines Magneten wandelte er die Vibrationen der Gitarrensaiten in elektrische Signale um, die dann über ein Lautsprechersystem verstärkt wurden. Dieser erste Tonabnehmer war roh, aber es war ein großartiger Anfang.

 

Die erste elektrische Gitarre

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1931 wurde die Electro String Company von Paul Barth, George Beauchamp und Adolph Rickenbacker gegründet und entwickelte die ersten E-Gitarren, die an die breite Öffentlichkeit verkauft wurden.

Sie stellten ihre Gitarren aus Aluminiumguss her und wurden, ähnlich wie die heutige Steel Guitar, mit einem Stahlslide auf dem Schoß eines Menschen gespielt. Wegen ihres ungewöhnlichen Materials wurden sie liebevoll “Bratpfannen” genannt. Der frühe Erfolg der Bratpfannen veranlasste die Gitarrenfirma Gibson zum Bau ihrer ersten E-Gitarre, der ES-150, die heute eine Legende ist.

 

Die erste Solid-Body E-Gitarre

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E-Gitarren wurden schnell populär, auch wenn es ein großes Problem mit ihrer Konstruktion gab. Ihre Körper vibrierten aufgrund der verstärkten Töne, die durch die Lautsprecher, in die sie eingespielt wurden, kamen, was wir als Rückkopplung bezeichnen. Die offensichtliche Abhilfe bestand darin, eine Gitarre mit einem festen Korpus zu bauen, der nicht so leicht schwingen würde.

Wie bei den meisten Innovationen gibt es Kontroversen darüber, wer die erste E-Gitarre mit festem Korpus erfunden hat. Gitarrenlegende Les Paul entwickelte in den 1940er Jahren seine liebevoll “The Log” genannte Gitarre mit massivem Korpus, indem er einen Gibson-Hals an einem massiven Stück Holz befestigte… eine Eisenbahnschwelle, daher der Name “Log”.

Etwa zur gleichen Zeit entwickelten der Gitarrist Merle Travis und der Ingenieur Paul Bigsby eine Solidbody-Elektrogitarre, die den uns heute so vertrauten Solidbody-Gitarren ähnelte.

 

Die erste serienmäßig produzierte E-Gitarre

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Leo Fender war 1950 der erste, der eine E-Gitarre serienmäßig produzierte, die ursprünglich als Fender Broadcaster bezeichnet wurde. Diese Gitarre wurde schnell in die berühmt-berüchtigte Telecaster umbenannt, da der Name “Broadcaster” bereits von einer anderen Firma verwendet wurde. Leo folgte 1954 mit der berühmtesten Gitarre aller Zeiten – der Stratocaster.

Leos Erfolg veranlasste andere Gitarrenhersteller dazu, ihre eigenen serienmäßig produzierten E-Gitarren zu entwickeln. Am bemerkenswertesten war die Zusammenarbeit der Gibson-Gitarrenfirma mit Les Paul bei der Entwicklung der berühmten Gibson Les Paul E-Gitarre.

 

Kostengünstigere E-Gitarren

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In den 1960er und 1970er Jahren waren berühmte Marken-Elektrogitarren für den Durchschnittsbürger zu teuer. Weniger teure Imitationen kamen schnell auf den Markt, aber sie waren in Klang und Spielbarkeit unterdurchschnittlich.

Die Japaner begannen in den 1980er Jahren mit der Herstellung von E-Gitarren von ähnlicher Qualität wie die teureren amerikanischen Modelle, aber zu wesentlich erschwinglicheren Preisen. Dies veranlasste Fender und andere führende Gitarrenhersteller, weniger teure Versionen ihrer klassischen Modelle zu produzieren. Dies führte dazu, dass E-Gitarren heute erschwinglicher und für mehr Menschen zugänglich sind.

Heute produzieren die Gitarrenhersteller Gibson und Fender immer noch einige der bekanntesten und bestgefertigten E-Gitarren auf dem Markt. Aber es wird immer dichter mit anderen hochwertigen Marken wie BC Rich, ESP und Peavey. Innovative Designs, Formen und Materialien werden mit neuen Technologien kombiniert, um besser klingende E-Gitarren herzustellen.

Moderne Gitarren haben eingebaute Software, die es ihnen ermöglicht, wie andere Gitarrentypen zu klingen. Einige sind sogar mit Tonabnehmern ausgestattet, die den Klang verschiedener Instrumente synthetisieren oder die Noten in Musiknotation aufnehmen.

Die E-Gitarre hat mit einer interessanten und erfinderischen Vergangenheit einen langen Weg zurückgelegt, und viele in der Branche sagen ihr eine noch bessere Zukunft voraus.

 

Gitarrenmodel Les Paul

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Der Gitarrist Lester Polfus auch unter dem Künstlernamen Les Paul bekannt, kam eines Tages auf die Idee, seine semiakustische Gitarre ausstopfen zu lassen; die Solid Body-Gitarre war geboren.

Der Hersteller Gibson baute darauf eine Serie solcher Gitarren und gab ihnen den Namen Les Paul. Dieses Gitarrenmodell von Gibson gehört heute noch zu den meist verbreiteten und meistkopierten Modellen der E-Gitarrenindustrie. Anfangs war sie mit einem einspuligen Tonabnehmer namens P90 bestückt. Als der Humbucker aufkam, verwendete Gibson bei den meisten Les Paul-Modelle Humbucker, welche einen fetten, warmen Ton und weniger Nebengeräusche produzierten.

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Les Paul-Modelle haben einen Korpus aus Erle oder Mahagoni, welcher häufig noch mit einer schönen Decke aus Ahorn überdeckt ist. In den meisten Fällen haben Paulas, wie sie auch genannt werden, einen Hals, der mit dem Korpus verleimt wurde (nicht etwa verschraubt), was der Gitarre mehr Sustain (einen längeren Ton) verleiht.

Bei den meisten Modellen von Gibson ist die Kopfplatte abgewinkelt. Die Länge der Mensur beträgt bei Gibsonmodellen 628mm, was vergleichsweise kurz ist und gerade kleineren Händen das Spielen erleichtert.

 

Stratocaster und Telecaster

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Auch der Gitarrenbauer Leo Fender beschäftigte sich mit dem Bau einer Solid Body-Gitarre. Er brachte eine Brettgitarre auf den Markt, die nach einigen Namenswechseln den Namen Telecaster bekam und heute noch ein beliebtes Instrument ist. Diese Gitarre ist mit zwei Single Coils ausgestattet, einer davon ist mit einer Metallkappe verdeckt. Die Telecaster ist ziemlich einfach gebaut, ein richtiges Brett eben. Sie ist von Country und Blues Musikern sehr beliebt, kennt aber auch härtere Gangarten. Später erweiterte Fender den Markt um einen neuen Meilenstein: die Stratocaster.

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Diese Gitarre wies ein paar praktische Neuheiten auf: Ausfräsungen am Korpus bewirken, dass die Gitarre besser am Körper des Gitarristen liegt, ein mittlerer Single Coil kam hinzu und ein Vibratosystem, welches die Gitarre jammern lässt. Die Gitarre wurde sofort zu der bekanntesten E-Gitarre der Welt und wohl millionenfach kopiert.

Fendergitarren haben einen einfachen Korpus aus Erle oder Esche, einen angeschraubten Hals, eine gerade (nicht abgewinkelte) Kopfplatte mit einseitig angeordneter Mechanik. Die Mensurlänge bei Fendergitarren beträgt in der Regel 648mm, was eher als gross gilt, also nichts für kleine Fingerchen.