Plädoyer für Musik!

Die schlichte Botschaft lautet daher: Politiker, Eltern, Lehrer, lasst unsere Kinder musizieren! Und sie tun dies nicht um der sozialen oder kognitiven Nebenwirkungen wegen, sondern ausschließlich um ihrer selbst willen, aus Freude an der Musik und an der eigenen Begabung.

Musik hat ihren primären Wert nur in sich selbst, sie ist als ästhetische Erfahrung absolut zweckfrei, ja ganz nutzlos. Und genau das macht sie so wertvoll! (nach Oscar Wilde). Wo immer wir Kinder fordern und fördern wollen, wo immer wir Verantwortung für ihre Entwicklung tragen, sollte Musik mit ihrem Geist-, Gefühls-, Kreativitäts- und Sozialpotential ins Spiel kommen. Wir brauchen sie, die Musik, heute dringender denn je!

Quellen
(1) Hans Günther Bastian: Musikerziehung und ihre Wirkung. Eine Langzeitstudie an Berliner Grundschulen, Mainz: Schott Musik International 2000, unter Mitarbeit von Adam Kormann, Roland Hafen, Martin Koch; eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse ist als Taschenbuch erschienen: Hans Günther Bastian: Kinder optimal fördern – mit Musik, Atlantis – Schott, Mainz 2001

(2) Modellgruppe = Klassen mit erweiterter Musikerziehung/ Kontrollgruppe = Klassen mit konventionellem Musikunterricht

(3) Vgl. u.a. die Beiträge von H. Petsche, E. Altenmüller/W. Gruhn/D. Parlitz in: Scheidegger, J./Eiholzer, H.: Persönlichkeitsentfaltung durch Musikerziehung, CH-Aarau 1997; W. Gruhn: Der Musikverstand, Hildesheim 1998; H. Petsche (Hrsg.): Musik-Gehirn-Spiel, Basel 1989; M. Spitzer: Musik im Kopf. Hören, Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk, Stuttgart New York 2002; vgl. auch die Forschungsarbeiten von M. Hassler, N.Bierbaumer, G. Schlaug u.a. (siehe ausführliche Bibliografie in der Studie: Musik(erziehung) und ihre Wirkung).

(4) Weber, E. W./Patry, J.-L./Spychiger, M.: Musik macht Schule, Essen 1993.

Autor
Professor Dr. Hans Günther Bastian
Goethe-Universität Frankfurt
Institut für Musikpädagogik