Krummhorn

Das Krummhorn ist ein Rohrblattinstrument aus der Familie der Holzblasinstrumente. In der Renaissance erlebte es seine Blütezeit und wurde in der Neuzeit wiederbelebt. Es hat eine ungewöhnlich gebogene Form, da es dem Buchstaben J ähnelt. Manche Leute vermuten, dass dies so ist, um den erzeugten Ton auf den Krummhornspieler zu lenken.

Oft ist das Krummhorn aus Holz. Es hat eine zylinderförmige Bohrung und ein Doppelrohrblatt, das mit einer Kappe aus Holz versehen ist. Die Holzkappe wird von einem Schlitz durchbohrt, auf dem die Lippen des Spielers ruhen.

 

Etymologie

Der Name Krumhorn stammt von dem deutschen Wort Krumhornn oder Krumphorn, was gebogenes Horn bedeutet. Dies könnte mit dem Wort crump zusammenhängen, einem alten englischen Wort, das Krümmung bedeutet. Von diesem Wort leiten sich auch der Crumpet-Kuchen, ein gebogenes Gebäck, und das Wort crumpled ab. Cromorne, ein französischer Begriff, der dem Crumhorn ähnelt, ist ein Holzblasinstrument mit einem kontrastierenden Design.

 

Klangerzeugung

Eine Zwölftel wird vom Krummhorn eher überblasen als eine Oktave. Dies ist durch das Rohrblatt, das den Rand des Resonanzrohrs bedeckt, und durch die zylindrische Bohrung zu erkennen. Das Rohrblatt vibriert, wenn der Spieler bläst, was eine Welle in der Bohrung verursacht.

Die Länge des Rohrs ist nicht der einzige Faktor, der sich auf die Tonhöhe auswirkt, denn auch der Atemdruck spielt eine Rolle. Daher müssen Krummhörner eine bestimmte Dynamik aufweisen, wenn sie gespielt werden, und eine Verkürzung der Noten impliziert die Dynamik des Krummhorns. Die Veränderung der Tonhöhe, die der Dudelsack erzeugt, während der Spieler den Sack füllt, ist vergleichbar mit der Veränderung der Tonhöhe, die durch den Atem verursacht wird.

Krummhornmusik wird wegen des begrenzten Tonumfangs in der Regel von einem Krummhorn-Konsortium gespielt. Ein Krummhorn-Consort ist eine Gruppe von Instrumenten mit unterschiedlichen Tonhöhen und Größen. Die Krummhörner sollen das Vokalquartett mit Bass, Tenor, Sopran und Alt nachahmen. Es hat Tonhöhen in F und C.

Das Instrument hat einen natürlich scharfen Klang, der im modernen Ensemble eine gute Wirkung hat. Der Klang, der von nasalem Brummen bis zu sattem Summen reicht, hängt von der Art der Intonation der Stimmzungen ab.

 

Aufbau

Krummhörner werden aus Holz hergestellt, das ausgehöhlt, mit Sand gefüllt und geschlossen wird. Der Boden wird gedämpft, um weich zu werden, und zu einer J-Form gebogen. Das Schallstück wird dann konisch ausgehöhlt, um das Volumen und die Tonerzeugung zu erhöhen.

Das Rohrblatt ist aus Schilfrohr gefertigt. Dieses Rohr wird gefaltet und an einem kurzen Rohr, der so genannten Klammer, befestigt, die in den oberen Teil der Holzpfeife eingesetzt wird. Der Zugang zu den hohen Tönen ist wegen der mangelnden Kontrolle des Rohrblattes bei Blasinstrumenten sehr schwierig. Ihr Tonumfang umfasst nur die Grundtöne, die durch aufeinanderfolgendes Öffnen der horizontalen Löcher erzeugt werden. Es gibt größere, aber seltenere Typen des Krummhorns, bei denen der Tonumfang durch Hilfslöcher um ein bis zwei Töne nach unten erweitert wird.

 

Mögliche Ursprünge und frühe Verwendung

In Europa wurde das Krummhorn in der Zeit von 1300 bis 1600 verwendet. Es soll aus dem Chanter von Dudelsäcken und der Blasenpfeife hervorgegangen sein.

Diese wurden möglicherweise am Hof des englischen Königs Heinrich des Achten gespielt, da er fünfundzwanzig Stück des Instruments besaß. In Großbritannien waren Krummhörner nicht so populär wie auf dem Kontinent, wo sich eine kleine Gruppe von Musik für Krummhörner erhalten hat. In der Neuzeit wurde es von Richard Harvey und Brian Gulland von der Rockgruppe Gryphon verwendet.