Clavichord

Das Clavichord ist das subtilste und einfachste unter den Saiteninstrumenten. Es war in den Epochen des Mittelalters, des Barocks, der Klassik und der Renaissance beliebt. Seine Blütezeit erlebte das Clavichord von 1400 bis 1800. Es hat eine rechteckige Form mit einem meist verzierten und bemalten Deckel und Gehäuse. Die Saiten sind seitlich von den Stimmwirbeln bis zu den Kupplungszapfen gespannt, wo sich Dämpfer in Form von Filzstreifen über den Saiten befinden.

Früher wurde sie nur zum Üben und nicht für größere Auftritte verwendet, weil sie nicht laut genug klang. Die Klangerzeugung erfolgt durch die Verwendung von Tangenten, kleinen Metallklingen, die die Saiten anschlagen. Der Name Clavichord leitet sich vom lateinischen clavis ab, was Schlüssel bedeutet, und chorda, was Saite eines Musikinstruments bedeutet.

 

Geschichte

Es wird angenommen, dass das Clavichord im frühen vierzehnten Jahrhundert erfunden wurde. Es war vom 16. bis zum 18. Jahrhundert bekannt und vor allem in Skandinavien, auf der Iberischen Halbinsel und in anderen Ländern, die die deutsche Sprache verwenden, beliebt. Um 1850 verlor es seine Popularität und wurde nicht mehr verwendet. Glücklicherweise wurde das Clavichord von Arnold Dolmetsch in den 1890er Jahren wiederbelebt. Vor 1730 wurden kleine Klavichorde mit vier Oktaven und einer Länge von etwa vier Fuß gebaut, aber heutzutage werden sie mit einer Länge von bis zu sieben Fuß hergestellt.

Heutzutage werden Klavichorde in der ganzen Welt hergestellt und haben viele Abnehmer auf dem Markt. Einige moderne Hersteller sind der Brite Peter Bavington, der Schweizer Thomas Steiner, der Amerikaner Charles Wolff und der Belgier Joris Potvlieghe.

 

Das Spielen des Clavichords

Zum Spielen eines Klavichords wird eine Taste heruntergedrückt. Wenn man auf ein Ende drückt, kommt das andere Ende, das sich im Inneren befindet, nach oben. Dieses Ende hat eine Tangente, ein metallisches dünnes Blatt, das die jeweilige Saite anschlägt. Bis der Spieler die Taste loslässt, bleibt die Tangente auf der Saite und erzeugt einen Ton.

Ein Vorteil des Clavichords gegenüber dem Klavier ist, dass es einen Klang erzeugen kann, der dem Vibrato bei Streichinstrumenten ähnelt. Der Spieler kann die Taste nach oben und unten bewegen, wodurch die Tangente ebenfalls nach oben und unten auf die Saite gedrückt wird. Dadurch wird die Saite fester oder lockerer.

Dieses Instrument ist sehr sanft und leise. Früher wurde es nicht zur Begleitung anderer Instrumente verwendet, weil es kaum hörbar war. Am schönsten ist das Clavichord, wenn es langsame und ausdrucksstarke Musik spielt.

 

Clavichorde mit Bundstäbchen

Ein bundiertes Clavichord hat zwei Saiten, die mehr als einen Ton spielen können. Die Tangente von mindestens zwei Tönen trifft die Saiten in unterschiedlichen Abständen vom Steg und erzeugt auch unterschiedliche Töne.

Die Bünde schränken im Allgemeinen den Spielbereich ein, da es unmöglich ist, den Klang der gebündelten Noten auf einmal zu erzeugen. Es kommt vor, dass der Spieler eine Note abschneiden muss, indem er eine Taste loslässt, kurz bevor sie ihren vollen Klang entfaltet hat. Es gibt auch Fälle, in denen der Spieler eine Note auslassen muss, aber das ist eher selten.

Daher sind Geschick und Technik gefragt, wenn man nacheinander gegriffene Noten spielt, da die Gefahr besteht, dass bei Überschneidungen unerwünschte Töne entstehen. Eine Lösung für dieses Problem wäre ein Legato.

 

Clavichorde in der Rockmusik

In seiner Clavinet-Form fand es Eingang in die Rockmusik. Das Clavinet ist ein elektrisch betriebenes Clavichord, das mit Hilfe eines magnetischen Tonabnehmers ein Verstärkungssignal erzeugt.

Ein Beispiel für das Clavichord in der Rockmusik ist die Arbeit an All is Full of Love von Guy Sigsworth. Auch Tori Amos setzt das Clavichord in den Liedern Little Amsterdam und Smokey Joe ein.